Betriebliches Gesundheitsmanagement

Der sich stetig verändernde Arbeitsmarkt und der demografische Wandel machen das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ (BGM) zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor für zukunftsorientierte Unternehmen. Mitarbeiter werden älter und die Kosten durch krankheitsbedingte Fehltage steigen. Ein gesunder Mitarbeiter ist die wertvollste Ressource der Unternehmen. Durch gezielte Maßnahmen im Bereich Gesundheitsförderung können Unternehmen ihre Mitarbeiter unterstützen und sich gleichzeitig als moderner und attraktiver Arbeitgeber präsentieren.


Kostenfaktor Krankheit

Durch krankheitsbedingte Fehltage (Absentismus) und Mitarbeiter, die trotz Krankheit zur Arbeit gehen (Präsentismus), entstehen Unternehmen Kosten i. H. v. mehreren Tausend Euro pro Jahr und Mitarbeiter. Laut dem „Gesundheitsreport 2015“ des BKK-Dachverbandes hatte jedes Pflichtmitglied im Jahr 2014 17,4 Fehltage. Wesentlich größere Bedeutung hat jedoch der Präsentismus, bei dem Mitarbeiter trotz Krankheitsbeschwerden zur Arbeit gehen. Dabei ist nicht nur der kranke Mitarbeiter in seiner Arbeitskraft gemindert, sondern es wird riskiert, dass sich Kollegen anstecken und die Krankheitsausfälle weiter steigen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist der Kostenfaktor durch Präsentismus höher als durch Absentismus.

 

Demographischer Wandel

Erwartete Altersverteilung der Belegschaft

Definition Betriebliches Gesundheitsmanagement

„Unter Betrieblichem Gesundheitsmanagement verstehen wir die Entwicklung betrieblicher Rahmenbedingungen, betrieblicher Strukturen und Prozesse, die die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation und die Befähigung zum gesundheitsfördernden Verhalten der Mitarbeiter zum Ziel haben.“ [1]

 

In vielen Unternehmen werden bereits gesundheitsförderliche Maßnahmen in verschiedenster Form angeboten, die von den Mitarbeitern in Anspruch genommen werden können. Wichtig dabei ist, sowohl die Einzelmaßnahmen in einer sinnvollen und effektiven Struktur miteinander zu vernetzen, als auch auch deren Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit messbar zu machen.

Doch auch das beste Maßnahmenangebot und die effektivste Vernetzung kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Mitarbeiter die Angebote annehmen. Daher sind die ersten wichtigsten Aufgaben die Sensibilisierung für die Themen „Gesundheit“ und „Prävention“, sowie die Motivation und die Förderung der Eigenverantwortung.



[1] Quelle: Prof. Dr. Bernhard Badura, „Betriebliche Gesundheitspolitik in der Kernverwaltung von Kommunen“, Universität Bielefeld, 2009, https://pub.uni-bielefeld.de/download/2316533/2319880