Steuerliche Förderung

Prävention steuerlich gefördert

Leistungen des Arbeitgebers, die den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessern, können grundsätzlich bis zu einem Betrag von 500 Euro von der Steuer freigestellt werden. Dies ist dem Jahressteuergesetz aus dem Jahr 2009 zu verdanken, durch das zusätzliche Leistungen des Arbeitgebers zum Arbeitslohn nicht als Arbeitsentgelt versteuert werden, wenn sie der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Arbeitnehmer und der betrieblichen Gesundheitsförderung nützen. Die geförderten Maßnahmen müssen hinsichtlich der Qualität, der Zweckbindung und der Zielgerichtetheit gesetzlichen Anforderungen (§20 und §20a des SGB V) entsprechen.

Welche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sind gemeint?

Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes können beispielsweise eine gesunde Gemeinschaftsverpflegung am Arbeitsplatz, die Förderung individueller Kompetenzen der Stressbewältigung bei der Arbeit, eine gesundheitsbewusste Mitarbeiterführung sowie die Vermeidung und Verhinderung von Suchtmittelkonsum (zum Beispiel Rauchen oder Alkoholkonsum) im Unternehmen sein. Auch Zuschüsse werden gefördert.

Durch das Gesetz sollen auch mittelständische oder kleine Betriebe, die sich keine eigenen Gesundheitsprogramme leisten können, die Möglichkeit bekommen, Steuern zu sparen, wenn Sie die Mitarbeitergesundheit fördern. Danach sind auch Barleistungen des Arbeitsgebers an seine Arbeitnehmer für betriebsexterne Präventionsmaßnahmen steuer- und gleichzeitig sozialversicherungsfrei. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Arbeitnehmer erhält die Leistung zusätzlich zum Arbeitslohn und muss sie nicht als „geldwerten Vorteil“ versteuern. Keine Rolle spielt dabei der Ort der Maßnahme. Mitgliedsbeiträge an Sportvereine und Fitnessstudios zählen allerdings nicht zu den steuerbegünstigten Maßnahmen. Solche Zuschüsse sind weiterhin steuerpflichtiges Arbeitsentgelt.

Steuerfrei: bis zu 500 Euro für jeden Arbeitnehmer

Für die praktische Umsetzung wurden jedem Handlungsfeld Kriterien zugeordnet, die erfüllt sein müssen. Hierbei handelt es sich um Kriterien wie Bedarf, Wirksamkeit, Zielgruppe, Ziel, Inhalt, Methodik, Dauer oder Anbieterqualifikation. Darin sind primärpräventive Angebote deutlich gegenüber Patientenschulungsmaßnahmen für chronisch Kranke abgegrenzt. 

Grundsätzlich gilt: Wird der Betrag von 500 Euro überschritten, unterliegt nur der übersteigende Betrag dem Lohnsteuerabzug und damit auch der Beitragspflicht in der Sozialversicherung. Im Zweifelsfall und zur Vermeidung von Lohnsteuerhaftungsrisiken sollten Sie mit Ihrer Krankenkasse Rücksprache halten und klären, ob die beabsichtigte Maßnahme den Anforderungen des §20 SGB V entspricht. Gegebenenfalls stellt Ihnen diese eine Bescheinigung für das zuständige Finanzamt aus, um im Vorwege feststellen zu lassen, ob die Maßnahme der Steuerbefreiung unterliegt.